Ruderwanderfahrt von Harburg nach Bergedorf und zurück
Geschrieben von: Roswitha Naschke
Montag, 05. Juli 2010
Die Süderelbe war fast spiegelglatt, als 9 GRV„H"ler mit Frau Naschke am Freitagmorgen aus der Bucht des Harburger Behördenbootshauses auf den breiten Strom glitten. Wir hatten zwei schwere Wanderboote mit Schlafsäcken und Gepäck beladen. Dass wir alles wasserdicht verpackt hatten, erwies sich bald als Glück, denn schon das erste vorüber fahrende Frachtschiff verursachte solche Wellen, dass alle eine willkommene Abkühlung erhielten. Es wurde an diesem Tag 34 Grad im Schatten und nach zwei Stunden auf Süder- und Norderelbe vorbei an Schilfgürteln und wild wachsenden Bäumen und Deichen legten wir mehrere Pausen nach der Tatenberger Schleuse auf der Doveelbe ein. Hier durchquerten wir einen Yachthafen und ruderten dann neben der breiten Regattastrecke entlang. Zur Mittagszeit in Allermöhe stürzten sich dann alle erleichtert ins Wasser. Nachmittags zogen wir vorbei an zahlreichen Gänsen, Pferden und Kühen, die die ländliche Idylle der Doveelbe unterstrichen und kamen schließlich etwas erschöpft aber fröhlich im Bootshaus in Bergedorf an.
Einige hatten sich Blasen gerudert, doch alle packten kräftig mit an, um die schweren Boote aus dem Wasser zu holen. Die Freizeit bis zum Abend wurde natürlich dem nassen Element gewidmet, vor allem mithilfe mehrerer Eimer verschaffte man sich gegenseitige Abkühlung. Später wurde gegrillt. Die Nacht verbrachten die 4 Jungen und 5 Mädchen auf der Wiese unter freiem Himmel. Viel zu früh wurde es hell und um 6 Uhr morgens mussten wir wieder aufstehen, da uns die Gezeiten auf der Elbe eine sehr frühe Zeit vorgaben.
Dementsprechend rasch schafften wir es auch, wieder aufzubrechen und es wurde zügig gerudert. Nach einer Frühstückspause in Allermöhe erreichten wir um 9.15 Uhr die Schleuse und kurz vor Hochwasser bogen wir schon auf die Norderelbe ein. Diese Strecke war nun wirklich eine Herausforderung, da wir ca. eine Stunde lang gegen die zunehmde Strömung des ablaufenden Wassers anrudern mussten, was der Südwind noch zusätzlich erschwerte. Vor allem auf den letzten beiden Kilometern vor der Bunthäuser Spitze kamen wir nur noch langsam voran, man konnte quasi die Schilfhalme neben uns zählen, obwohl die beiden Mannschaften ihre ganzen Kräfte aufboten: „Noch 500 Meter! Nein, keine Pause! Blasen ignorieren! Das ist jetzt Regatta! Und Schub!..."
Und dann war es plötzlich doch geschafft. Der Schilfgürtel neben uns endete und die inzwischen schon recht starke Strömung erfasste unsere Bugspitze und wir rauschten durch kabbeliges Wasser um die Kurve auf die Süderelbe. Alle griffen erschöpft zu den Wasserflaschen und manche sprangen erleichtert auf, um den schmerzenden Hintern zu entlasten. Jetzt konnten wir uns ganz lange treiben lassen und nachdem wir schließlich wieder zu rudern begonnen hatten, waren wir ziemlich schnell zurück in der kleinen Bucht des Bootshauses.
Die Wanderfahrt bei allerbestem Wetter war ein wunderschönes Natur- und Teamerlebnis. Gerade die Rückfahrt hat gezeigt, wie wichtig der ruderische Beitrag jedes Einzelnen für die Mannschaft war. Vielen Dank an alle Beteiligten, die die Fahrt zu dem gemacht haben, was sie war: Unvergesslich!